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Das Haus der Transformation

Ein Interview mit Thay Phap An, Direktor des EIAB, und Dr. Busch, projektmanager der Renovierung des EIAB-Gebäudes Die Fragen Stellte Schwester Juwel

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Das Haus der Transformation*

 

Ein Interview mit Thay Phap An, Direktor des EIAB,

und Dr. Busch, Projektmanager der Renovierung des EIAB-Gebäudes

 

Die Fragen stellte Schwester Juwel

 

Welche Renovierungsarbeiten wurden seit Projektbeginn durchgeführt?

 

Dr. Busch: Wir  haben bereits die Wasserversorgung für Warm- und Kaltwasser im Keller renoviert. Wir haben aus dem Kellergeschoss aus hygienischen Gründen alle Wasserleitungen und alten Stromkabel entfernt und sie durch neue Rohre und Kabel ersetzt. Wir haben mehrere Feuerschutztüren eingebaut und die nicht feuerfesten Deckenverkleidungen gemäß den Brandschutzvorschriften in mehreren Etagen beseitigt. Im Augenblick errichten wir die vorgeschriebene Fluchttreppe vor dem Westgiebel. Wir haben das Heizungssystem erneuert und so modernisiert, dass möglichst viel Energie gespart wird. Wir bauen in der Zukunft noch ein System ein, das Blockheizkraftwerk (BHKW) genannt wird, eine Kombination aus Heizung und Energiegewinnung. Es wird also gleichzeitig Strom und Wärme erzeugt. Dies ist eine der beliebtesten Formen des Energie-Recyclings. Aus dem gleichen Grund nehmen wir auch das Angebot einer deutschen Firma an, auf nahezu 1000 Quadratmetern Dachfläche Photovoltaik-Elemente zu installieren. Die Energie, die wir dort erzeugen, kann an die Stromversorgung in Waldbröl verkauft werden. Dann sparen wir nicht nur Geld, sondern verdienen sogar etwas dazu. Auch diese Montage wird in wenigen Tagen beginnen.

Alle Übernachtungsräume in dem ersten Bauabschnitt sind zwischenzeitlich fertig gestellt und können nach der Reinigung bezogen werden. Der gemeinsame Umzug der Nonnen und Mönche ist jetzt für Ende Mai vorgesehen.

 

Wir haben das Gesamtprojekt in fünf Abschnitte eingeteilt. Der erste Abschnitt umfasst etwa ein Fünftel des Gesamtgebäudes in der Vertikalen vom Kellergeschoss bis zur vierten Etage, sowie zusätzlich das gesamte Kellergeschoss in der Horizontalen mit mehreren Gästetoiletten und Duschen, sowie das Erdgeschoss. Gerade der Einbau von Brandschutztüren im Erdgeschoss erwies sich als ein großes Problem. Nur wenige Spezialisten waren bereit die Natursteinbekleidungen der Portale umzubauen; zwischenzeitlich ist eine Spezialfirma gefunden worden, die häufig für die Dombauhütte in Köln tätig ist. Wir hoffen mit dieser Hilfe, das Erd- und auch das Kellergeschoss bis Juni fertig stellen zu können.

 

Wie weit ist die Planung der Meditationshalle gediehen?

 

Dr. Busch: Die Meditationshalle ist der zweite Abschnitt unserer Planung. Wir haben die obere Etage des hinter dem Hauptgebäude gelegenen Anbaus abgetragen,  um sowohl die Feuerschutztreppen anzubauen als auch Raum für die Meditationshalle zu gewinnen. Im Augenblick erarbeiten wir die Genehmigungsplanung um nachfolgend mit der Ausführungsplanung beginnen können. Die Meditationshalle wurde von einer Spezialistin für Feng-Shui-Architektur entworfen. Sie wollte das historische Gebäude mit einer ganz andersartigen Architektursprache verbinden. Wir sind sehr froh,

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* Als das Gebäude des EIAB noch Eigentum des deutschen Militärs war, wurde es „Das Haus der Transformation“ genannt. Wir sind froh, dass es nun seinem Namen entsprechend im spirituellen Sinne der Transformation und der Heilung des Leidens dient.

 

dass Thay von diesem Design so angetan war. Das Spezielle daran besteht darin, dass es eine harmonische Balance schafft zwischen den starken, strengen und mächtigen Linien des Gebäudes, in dem alle leben und essen werden, einerseits und den würdevollen und sanften Kurven der Meditationshalle andererseits. Es wird ein großartiger Raum, wo alle zusammenkommen können und von wo aus man unmittelbar in den Garten gelangt zur Gehmeditation. Die Meditationshalle wird 500 Menschen aufnehmen können.

 

Wie viele Menschen können nach Abschluss des ersten Bauabschnittes im Gebäude untergebracht werden?

 

Thay Phap An: Wir werden maximal 80 Personen in der ersten und in der vierten Etage unterbringen können. Die zweite und die dritte Etage sind für die Mönche und die Nonnen.

 

Wie sehen die zukünftigen Schritte für die anderen Teile des Gebäudes aus?

 

Dr. Busch: Das Institut wird bald seine Türen öffnen, und dann werden zumindest in einem Teil der Räume sowohl die Mönche und Nonnen als auch die Gäste untergebracht werden können. Dazu gehören auch die Unterrichtsräume, sowie Räume für Retreats und Meditation. Als nächstes ist dann die Meditationshalle an der Reihe. So wie wir  Spenden erhalten, so werden wir mit jedem einzelnen Abschnitt der Renovierung voranschreiten. Die Küche stellt den allerletzten Bauabschnitt dar. Denn mit dem Gebäude der ehemaligen Zivildienstschule als Gästehaus kann auch die dortige Küche genutzt werden.

 

Thay Phap An:

 

Seit wir 2009 das erste Mal um Spenden baten, haben Sanghamitglieder aus der ganzen Welt – aus Deutschland, Holland, Belgien, England, Italien, Frankreich, Hongkong, Thailand, sogar aus Vietnam – dem Institut Beiträge zukommen lassen, manche einen kleinen Betrag, manche einen sehr großen. Die Zahl der Spenden hat uns und unseren Finanzratgebern Vertrauen gegeben.

 

Wie ist die Gemeinde von Waldbröl in dieses Projekt eingebunden worden und wie ist deren Sichtweise – soweit sie Ihnen bekannt ist?

 

Dr. Busch: Nahezu alle Firmen, die für uns arbeiten, kommen aus der Umgebung. Einige haben bereits in früheren Jahren für die ehemaligen Besitzer gearbeitet. Und wir treffen oft Arbeiter, die uns erzählen, dass sie in diesem Gebäude geboren worden sind, denn es war bis Ende 1967 ein Krankenhaus.

Die  Menschen aus Waldbröl sind sehr interessiert an dem Projekt. Sie haben ein Interesse am Gelingen des Institutes und geben uns ihre volle Unterstützung. Sie sind an der Erhaltung des Grundstücks und des Instituts als einem öffentlichen Park und einer öffentlichen Fläche inmitten der Stadt Waldbröl interessiert. Wir werden alle unsere Wege offen halten. Wir wollen nur respektiert werden, mehr nicht. Und die Menschen aus Waldbröl stimmen dem genau so zu wie wir es tun. Sie sind froh, dass dieses Gebäude nicht mehr leer steht und ohne Zukunft ist. Sie waren sehr besorgt, was hier wohl geschehen würde, aber sie sind sehr glücklich über die beständige Entwicklung – natürlich nur in kleinen Schritten, aber dennoch ist da eine Entwicklung.

 

Was sind einige der wichtigen Dinge, die Sie in diesem Prozess der Renovierung bisher gelernt haben?

 

Dr. Busch: Für mich war die Transformation dieses Gebäudes das großartigste Ereignis. Ich wurde in Deutschland geboren. Meine Eltern und die Eltern aller meiner Freunde sind am Zweiten Weltkrieg beteiligt gewesen, und das ist ein sehr dunkler Teil der deutschen Geschichte. Es ist wirkliche eine Herausforderung gewesen, mit diesem Gebäude umzugehen, mit all diesen Einzelheiten, den Zeichen der Macht, deutscher Macht. Anfangs war dies sehr befremdend für mich. Ich dachte: „Wie kann jemand solch ein Gebäude nutzen?“ Aber seitdem die Sangha-Gemeinschaft in diesem Gebäude ist, hat es sich völlig verändert. Die deutsche Machtdemonstration aus der Nazi-Zeit wurde ausgeschaltet. Jetzt gibt es sie nicht mehr. Für mich war das eine der größten Überraschungen. Man geht durch dieses Gebäude und sie existiert nicht mehr. Der Geruch ist verschwunden. Ich kenne seine ganze schmutzige Geschichte. Aber das ist weg, seitdem Sie in dem Gebäude sind. Ich bin sehr froh darüber, an dieser Transformation teilzunehmen.

 

Herzlichen Dank Ihnen beiden. Es ist wundervoll, eine solche heilsame Energie in diesem Projekt zu fühlen.

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