Stoppen und Ausruhen
Wenn ein Tier im Wald krank wird, legt es sich hin und tut gar nichts. Meist wird es noch nicht einmal Nahrung zu sich nehmen. Seine ganze Energie ist auf den Heilprozess gerichtet. Diese Art der Ruhe sollten auch wir praktizieren, und nicht nur, wenn wir krank sind. Es ist eine Kunst, zu wissen, wann und wie man Pause macht. Manchmal strengen wir uns zu sehr an oder wir arbeiten ganz ohne Achtsamkeit und ermüden dadurch schneller. Unsere Achtsamkeitspraxis sollte nicht müde machen, sondern im Gegenteil belebend wirken. Wenn wir aber feststellen, dass wir erschöpft sind, sollten wir unbedingt sofort Ruhe finden. Dazu müssen wir manchmal um Hilfe bitten und Arbeiten nach Möglichkeit an andere delegieren.
Indem wir uns um unser eigenes Wohl sorgen, kümmern wir uns gleichzeitig um das Wohl der Gemeinschaft. Ausruhen kann manchmal einfach bedeuten, dass wir eine Pause einlegen und fünf Minuten im Freien spazieren gehen. Oder wir entscheiden uns für ein ein- oder zweitägiges Heilfasten. Oder wir praktizieren für eine Weile absolutes Schweigen. Es gibt viele verschiedene Wege, sich auszuruhen. Wir müssen auf den Rhythmus unseres Körpers und unseres Geistes achten. Alle werden davon profitieren. Achtsames Atmen, im Sitzen oder Liegen, ist auch eine Form des Ruhens. Wir wollen die Kunst des Ausruhens erlernen, so dass Körper und Geist eine Chance haben, sich wieder aufzubauen. Ein Teil dieser Kunst des Ruhens und Heilens ist es, gar nichts zu tun und an gar nichts zu denken.

